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„Ich habe gelernt …!“

Was nehme ich nur?

Die Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre haben gezeigt: wenn jede Klasse mindestens drei Spieleinheiten absolviert, ist das nicht nur ein großer Spaß für alle Beteiligten sondern es passiert ganz viel. Das Spiel verändert sich, die Konstruktionen werden ausgefeilter, neue Konstellationen finden sich, manchmal baut sogar die ganze Klasse eine „Riesen-WG“ und die Reflexion der Kinder ist immer wieder erstaunlich.

In der letzten Abschlussrunde bekommen die Kinder den Auftrag, einen Satzanfang zu ergänzen: „Ihr habt nun drei (vier, …) Mal mit mir gespielt. Was habt ihr dabei gelernt?“ 

So manche Lehrerin hatte nach dieser Runde Pipi in den Augen. 

* Ich habe gelernt, mit Kindern zu spielen, die ich eigentlich gar nicht mag – und es hat Spaß gemacht.

* Ich habe gelernt, Knoten zu machen die halten.

* Ich habe gelernt, dass man nicht immer mutig sein muss, sondern auch mal zugeben kann, wenn man Angst hat.

* Ich habe gelernt, dass man mit alten Sachen viel besser spielen kann als mit neuem Spielzeug.

* Ich habe gelernt, dass man beim Spielen ganz viel lernt.

* Ich habe gelernt, nicht zu klauen sondern zu teilen.

* Ich habe gelernt, dass wir Erwachsene beim Spielen nicht brauchen.

* Ich habe gelernt, dass Mädchen auch ok sind.

* Ich habe gelernt, ein Restaurant zu führen.
* Ich habe gelernt, dass Feuerwehrmann ein ganz schön anstrengender Beruf ist.

* Ich habe gelernt, eine Räuberhöhle mit vielen Einbruchabwehrfallen zu bauen.

* Ich habe gelernt …

In jeder Abschlussrunde kommen neue spannende Lernfelder für die Kinder hinzu und trotzdem stellt sich dann beim letzten Mal die Frage: „Und nun? Was mache ich als Klassenlehrer*in jetzt mit den Erfahrungen und Beobachtungen?“.

So individuell wie die Kinder spielen, so unterschiedlich sind auch die Bedürfnisse der Kolleg*innen, wie diese Erfahrungen in den Unterricht integriert werden können. Manche sagen, sie haben allein durch die Beobachterrolle und die Tatsache, dass sie sich nicht in Konflikte einmischen oder Tipps geben „dürfen“, so viel mitgenommen, dass sie mehr nicht brauchen. Manche wünschen sich ein „Nachspiel“ mit mir, bei dem ich mit Fotos in die Klasse komme und wir gemeinsam erarbeiten, wie die positiven Erfahrungen auch im Unterricht genutzt werden können. Manchmal werde ich in eine Gesamtkonferenz eingeladen, um dort mit allen Kolleg*innen zu besprechen, wie es weitergehen kann. Eine Draußenspiel-AG wird von vielen gewünscht. Und der große Wunsch danach, ein „Draußenspielsortiment“ fest an der Schule zu installieren ist immer wieder Thema. Auch das geht – und wie! Aber dazu gibt es demnächst einen eigenen Blogeintrag. 

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